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Vogelgrippe in Deutschland – betrifft das auch die Stadttauben in Berlin?

  • Writer: Sandra
    Sandra
  • Nov 7, 2025
  • 2 min read

In den letzten Monaten häufen sich wieder Berichte über Fälle von Vogelgrippe (Aviäre Influenza) in Deutschland. Besonders Wildvögel – etwa Gänse, Enten oder Kraniche – sind betroffen. Doch viele Berlinerinnen und Berliner stellen sich eine naheliegende Frage:

Wie steht es eigentlich um unsere Stadttauben? Können auch sie Träger oder Opfer der Vogelgrippe werden?


Was ist die Vogelgrippe überhaupt?


Die Vogelgrippe ist eine durch Influenzaviren (vor allem Subtypen H5 und H7) verursachte Infektionskrankheit, die vor allem bei Wild- und Hausgeflügel auftritt.

Wildvögel – insbesondere Wasservögel – gelten als natürliche Virusträger und können das Virus über große Distanzen verbreiten.


Bei Geflügelhaltungen führt ein Ausbruch meist zu strengen Schutzmaßnahmen, da die Krankheit in kurzer Zeit ganze Bestände bedrohen kann.


Stadttauben – kaum betroffen, aber oft im Fokus


Für Stadttauben (Columba livia), die täglich in Parks, Bahnhöfen und auf Plätzen unterwegs sind, liegt der Verdacht einer Infektionsgefahr zunächst nahe. Doch wissenschaftliche Untersuchungen geben Entwarnung:


Eine Studie der Freien Universität Berlin hat über mehrere Jahre hinweg Stadttauben in Berlin, Hamburg, München und Hannover auf aviäre Influenzaviren untersucht – mit einem klaren Ergebnis: Keine der getesteten Tauben wies Hinweise auf eine Infektion mit Vogelgrippeviren auf.


Auch die Berliner Behörden bestätigen:

„Kleinere Singvögel und Tauben gelten derzeit nicht als besonders anfällig für den Erreger.“


Warum sind Stadttauben kaum gefährdet?

Im Gegensatz zu Wildvögeln, die in großen Schwärmen auf Zugrouten oder an Gewässern unterwegs sind, leben Stadttauben sesshaft und meist in festen Populationen.

Das bedeutet:


Sie haben wenig Kontakt zu Wildvögeln, die das Virus verbreiten.


Ihre Lebensräume (Dächer, Bahnhöfe, Plätze) sind weit entfernt von typischen Infektionsorten wie Feuchtgebieten.


Ihre soziale Struktur ist stabil – das verringert den Eintrag neuer Krankheitserreger.


So bleibt das Risiko einer Infektion für Berliner Stadttauben äußerst gering.


Was bedeutet das für Berlinerinnen und Berliner?

Für die Bevölkerung besteht kein erhöhtes Risiko durch Stadttauben.

Es ist weder notwendig, Fütterungen einzustellen (sofern sie erlaubt sind), noch gibt es Anzeichen, dass Tauben als Überträger der Vogelgrippe fungieren.


Trotzdem gilt:

Tote oder kranke Vögel (egal welcher Art) nicht anfassen!

Verdächtige Funde können dem Veterinäramt oder der Stadtverwaltung Berlin gemeldet werden.

So bleibt der Schutz für Mensch und Tier gleichermaßen gewährleistet.


Fazit: Entwarnung für Berlins Stadttauben

Die aktuelle Lage zeigt deutlich:

Während die Vogelgrippe Wildvögel und Geflügelhaltungen weiterhin betrifft, spielen Stadttauben in Berlin bislang keine Rolle bei der Verbreitung oder beim Ausbruchsgeschehen.


Ihre ökologische Nische in der Stadt schützt sie offenbar vor einer Infektion.

Somit bleibt der Blick auf die flatternden Mitbewohner auf unseren Plätzen ungetrübt – sie gehören weiterhin ganz selbstverständlich zum Berliner Stadtbild.


Stand: November 2025

Quellen:

Senatsverwaltung Berlin / Veterinäramt

Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin

Deutscher Jagdverband (DJV)

 
 
 

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